Emotionales Zeitzeugengespräch

von Michael Sypien

Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so gebannt folgten 230 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule und der Beruflichen Oberschule in Kitzingen dem eindrucksvollen Bericht der Holocaust-Überlebenden Eva Franz (geb. 1940).

Die Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair begleitete Frau Franz bei der Rückschau auf ihr Leben, ihre Verfolgung und Internierung in Konzentrationslagern. Sie erklärte die Situation der Sinti und Roma im historischen Kontext. Die vor dem Krieg sehr angesehene Familie wurde nach dem 1. September 1939 verfolgt und geächtet. Frau Franz schilderte sehr emotional – und immer noch um Fassung ringend – das Schicksal ihrer Familie: Von 36 Familienmitgliedern überlebten nur 3 Personen die Deportation durch die Nationalsozialisten.

Mit ihrer berührenden Geschichte weckte Frau Franz sichtbar das Interesse der Schüler, die noch viele Fragen an die Zeitzeugin hatten. Tief beeindruckt und persönlich betroffen bedankten sich einige Schülerinnen und Schüler am Ende der Veranstaltung ganz persönlich bei Frau Franz:

„Ich bin sprachlos, ergriffen und habe einen anderen Blick bekommen“

äußerte sich ein Schüler.

Gerlinde Porzelt

 

Zurück