Klassenfahrt in den Tiergarten nach Nürnberg
von Michael Sypien
Eine Klassenfahrt der Kaufleute für Büromanagement nach Nürnberg führte in den Tiergarten – begleitet von Diskussionen über die Tötung von zwölf Pavianen, gesperrte Anlagen und existenzielle Fragen zur Zukunft von Zoos.
Eine Klassenfahrt der 11. und 12. Jahrgangsstufe der Kaufleute für Büromanagement führte kürzlich nach Nürnberg – und bot trotz widriger Wetterbedingungen und emotionaler Themen viel Stoff für Reflexion und Gemeinschaftsstärkung.
Schon am Vortag ereignete sich im Nürnberger Tiergarten eine äußerst kontroverse Entscheidung: Aus Platzmangel wurden dort zwölf Guinea-Paviane getötet. Die Maßnahme war Teil eines langjährigen Managementplans, da die Anzahl der Tiere auf zeitweise 43 statt – wie vorgesehen – 25 angewachsen war. Der Zoo hatte zuvor intensiv nach Alternativen wie Verabreichung von Verhütung, Umsiedlung oder Übernahme durch andere Zoos gesucht – doch alle Optionen scheiterten. Laut Zooleitung sei die Tötung "unumgänglich" gewesen. Daraufhin gingen über 100 Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft ein, und Tierschützer protestierten, darunter Aktivisten, die in den Zoo eindrangen.
Dieser Umstand führte während der Klassenfahrt zu intensiven Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern: Sollten Zoos grundsätzlich weiterhin bestehen? Ist ein Zoo-Besuch ethisch vertretbar? Die Schüler setzten sich emotional mit Fragen zum Artenschutz, der Menschen-Tier-Beziehung und ethischem Tiermanagement auseinander.
Parallel dazu war auch die Delfinlagune wegen umfangreicher Bauarbeiten teils geschlossen. Seit Frühjahr 2025 werden die Becken 2, 3, 4 und 5 saniert; Besucher können die Delfine lediglich im Delfinarium oder vom Unterwassergang sehen.
Am Tag der Klassenfahrt erlebten wir Regen in allen Varianten – viele Schülerinnen und Schüler griffen zu ihren Regenschirmen, um sich beim Rundgang über das weitläufige 65 Hektar große Gelände trocken zu halten. Zahlreiche Tieranlagen – darunter jene mit Pinguinen, Seelöwen und anderen Aquapark-Bewohnern – waren aufgrund von Baumaßnahmen unzugänglich oder nur eingeschränkt besuchbar.
Trotz dieser Einschränkungen war der gemeinsame Ausflug für die Klassengemeinschaften ein Erfolg: Die Schüler tauschten sich lebhaft über Tierrechte aus, reflektierten ihre Erlebnisse und stärkten so den Zusammenhalt. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften Annina Buchner, Bernd Luntz und Michael Sypien.
Auch wenn der Besuch wetterbedingt regnerisch verlief und manche Anlagen geschlossen waren – die Klasse nahm mehr mit als nur Tierbeobachtungen: Diskussionen über Ethik, Tierhaltung und Zukunftsperspektiven machten die Fahrt zu einem lehrreichen Erlebnis.
Michael Sypien