Magische Schule in Kitzingen? Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt hat jetzt einen Harry-Potter-Turm

von Christina Tisdell

Kitzingen: Magische Schule in Kitzingen? Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt hat jetzt einen Harry-Potter-Turm Text und Bilder von Diana Fuchs (Mainpost 14.07.2026)

Schüler, Lehrer und Baufirmen arbeiten zeitgleich am Beruflichen Schulzentrum, das für 27 Millionen Euro grunderneuert wird. Was das mit Hogwarts und der Straße von Hormus zu tun hat.

Angenehme Kühle trotz der Sommerwärme. Eine offene Aula mit großen, hölzernen Sitzstufen. Ein Treppenturm mit Harry-Potter-Leuchten: Der bereits sanierte Teil der Kitzinger Berufsschule kann sich sehen lassen.

Aus diesem Grund wirkt Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner beim Rundgang durchs Haus zufrieden. Er ist ein alter Hase in Sachen Bautätigkeit. Doch die „sehr komplexe Baustelle“ in der Thomas-Ehemann-Straße ist auch für ihn eine besondere Herausforderung.

„Wir haben sechs Wochen lang auf den richtigen Fliesenkleber gewartet, weil der in der Straße von Hormus oder sonstwo festgesteckt war“, berichtete Joachim Gattenlöhner kürzlich im Kreisausschuss „Bildung und Soziales“. Trotzdem sei man „gut im Zeitplan; es hätte viel schlimmer kommen können“.

Bei laufendem Schulbetrieb werden Gebäude energetisch saniert und Klassenräume umgestaltet. Rund 27 Millionen Euro wird die vor zwei Jahren begonnene Generalsanierung des Beruflichen Schulzentrums Kitzingen insgesamt kosten. Anfang 2028 soll das größte Schulbauprojekt im Landkreis abgeschlossen sein. Alle beteiligten Schulen – Wirtschaftsschule, Berufsschule und FOSBOS Kitzingen – werden dann deutlich stärker als bisher als Verbund erlebbar.

Der Abteilungsleiter für Hoch- und Tiefbau im Kitzinger Landratsamt ist froh, dass keine kostspielige Interimslösung gefunden werden musste, sondern die Bauarbeiten während des Schulbetriebs laufen konnten und können. Durch die Sanierung werde „viel graue Energie erhalten“, was bei einem Abbruch und Neubau nicht der Fall gewesen wäre. Zum Beispiel Klinkerwände: Sie werden „hell geschlämmt“; so kommt mehr Licht in die Flure.

Positiv fällt auch die Bau-Zwischenbilanz von Andreas Breitenbacher aus. Er leitet das Berufliche Schulzentrum Kitzingen-Ochsenfurt, zu dem fünf staatliche Schulen an zwei Standorten gehören: Berufsschule, Wirtschaftsschule und FOSBOS Kitzingen sowie in Ochsenfurt die Berufsfachschulen für Ernährung und Versorgung sowie Kinderpflege. Dafür, dass die Bauarbeiten parallel zum Unterricht stattfinden, gebe es kaum Reibungspunkte, lobt Breitenbacher.

Das freut die Frau, die das Großprojekt leitet: Architektin Nicole Back, Sachbearbeiterin Hochbau im Landratsamt. Ihr gefallen besonders der Multifunktionsraum und der Mensabereich.

Angetan ist sie zudem von der Treppenanlage, die vom Erdgeschoss bis in den vierten Stock führt. In deren Mitte baumeln an langen Seilen dünne Lampen, die ihren Namen schon weghaben: Harry-Potter-Leuchten. Der innen offene Turm aus Stufen und Glas erinnert tatsächlich ein bisschen an das magische Treppenhaus in der Potter-Geschichte. Robert Schöfer, Schulleiter i.V., findet das Bauwerk „klasse, sehr schön“. Und Landrätin Tamara Bischof stellte im Bildungsausschuss fest: „Der Turm sieht sehr schick aus.“

Sonnenrollos, ein grünes Dach und eine PV-Anlage

Zeitgemäß minimalistisch präsentiert sich die Fassade. Sie leuchtet in Grau- und Beigetönen. Joachim Gattenlöhner sieht hier einen weiteren nachhaltigen Aspekt: „Die Fassaden-Elemente können später einmal komplett zurückgebaut und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden.“

Für angenehme Temperaturen sollen Sonnenrollos und eine CO₂-neutrale Hackschnitzelheizung sorgen. Ein Teil der Dachfläche wird begrünt, der andere Teil mit einer PV-Anlage versehen.

Zauberhafte Schreiner und Köche in Kitzingen

Wenn jetzt noch die Treppen frei aufeinander zuschwingen könnten, wäre das Märchen von der magischen Schule vollkommen. Doch an dieser Stelle kommen sogar Baufüchse wie Joachim Gattenlöhner und Nicole Back an ihre Grenzen. Anders als in Hogwarts werden in Kitzinger allerdings auch keine Zauberer ausgebildet, sondern Köche, Schreiner und Bäckerinnen.

 Text und Bilder von Diana Fuchs (Mainpost 14.07.2026)