Sozialkunde
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„Demokratien sind nur lebensfähig, wenn sie von ihren Bürgern verstanden werden.“ (Giovanni Sartori, 1992) |
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| Quellenangabe siehe unten * |
Der Sozialkundeunterricht an der Berufsschule Kitzingen dient der politischen Bildung unserer SchülerInnen im Sinne dieses Zitates (Quelle: Fachprofil des Lehrplanes für Sozialkunde an Berufsschulen und Berufsfachschulen 2011).
Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich in der Gesellschaft zu orientieren, sich aktiv in diese einzubringen und gemäß ihrer eigenen Standpunkte verantwortbare rechtliche, politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen zu treffen.
Politik soll dabei bewusst als eine ständig neu gestellte Herausforderung verstanden werden, der wir alle uns im Rahmen institutioneller Gegebenheiten und unter Wahrung der Grundrechte immer wieder stellen.
Der aktuelle Lehrplan (Stand: April 2011) umfasst wesentliche Inhalte der Wirtschafts- und Rechtskunde, der politischen Ordnung, der politischen Prozesse und Ethik sowie der internationalen Politik.
Folgende Lerngebiete werden im Sozialkundeunterricht der schulischen Berufsausbildung thematisiert (auszugsweise Darstellung):
| 10. Jahrgangsstufe |
| 1. Ausbildung und Beruf: Ausbildungsrecht: Duale Ausbildung in Betrieb und Schule, Inhalte des Ausbildungsvertrages Arbeitsrecht:Inhalte des Arbeitsvertrages, Schutzbestimmungen des Arbeitnehmers (z. B. Kündigungsschutz, Jugendarbeitsschutz, Mutterschutz, Arbeitszeit)Tarifvertragsrecht:Tarifliche Regelungen und ihr Zustandekommen (z. B. Tarifautonomie, Tarifstreit)Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Betrieb:Aufgaben des Betriebsrates und der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) |
| 2. Arbeitswelt im Wandel: Gründe und Folgen des Wandels für den Einzelnen und für die Gesellschaft (z. B. die Globalisierung und deren Konsequenzen) |
| 3. Soziale Sicherung in Deutschland: Sozialversicherungen (Zweige, Träger, Aufgaben, Kosten, aktuelle Problemfelder), Möglichkeiten der privaten Vorsorge |
| 4. Recht: Grundlagen des Rechts, Grundrechte, Geschäftsfähigkeit |
| 5. Soziale Beziehungen: Rollen und Rollenerwartungen, Persönlichkeitsentwicklung, Wesen und Aufgaben der Familie, staatliche Familienpolitik |
| 11. Jahrgangsstufe |
| 1. Staatsziele und Staatsordnung: Aufgaben des Staates, Grundgesetz, Grundzüge unserer Demokratie (z. B. Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit), Grundzüge der Weimarer Reichsverfassung, Nationalsozialistische Diktatur |
| 2. Der politische Entscheidungsprozess: Entscheidungsprozesse in Gemeinden, Entstehung eines Gesetzes, Aufgabenverteilung im Föderalismus |
| 3. Repräsentation und Wahl: Direkte und repräsentative Demokratie, Wahlen und Wahlsysteme |
| 4. Politik und Partizipation: Akzeptanz von Politik und Möglichkeiten der aktiven Teilhabe, Chancen des Pluralismus |
| 5. Deutschland in Europa: Ziele und Schritte der europäischen Einigung, EU-Verfassung, Probleme und Folgen der EU(-Erweiterung) |
| 12. Jahrgangsstufe |
| 1. Wirtschaft und Wirtschaftspolitik: Rechte und Pflichten in Verträgen, Rechtsformen der Unternehmung, Kennzeichen der sozialen Marktwirtschaft, Stabilitätsgesetz (Magisches Viereck), Konjunktur, Geldwert, Eurozone, Außenwirtschaft |
| 2. Lebens- und Zukunftssicherung durch ökologisch nachhaltige Entwicklung: Ursachen und Auswirkungen von Umweltproblemen, Prinzip der Nachhaltigkeit, individuelle Handlungsmöglichkeiten (z. B. Müllvermeidung, Energieeinsparungsmögluchkeiten, FairTrade) |
| 3. Internationale Beziehungen: Aktuelle Konfliktfälle in der Diskussion, Vereinte Nationen, NATO, Rolle der EU, Unterentwicklung und Entwicklungshilfe |
Über die Inhalte des Lehrplanes hinaus wird stets auch Zeit für die Diskussion aktueller Ereignisse eingeräumt.
Das Fach Sozialkunde ist innerhalb der Abschlussprüfung bei allen Kammern und Innungen in den Prüfungsteil „Wirtschaft und Sozialkunde“ eingebettet.
„Der demokratische Rechtsstaat lebt vom
mündigen Mitdenken und Mittun seiner Bürgerinnen
und Bürger und ihrer Bereitschaft, sich
selbst- und sozialverantwortlich ein Urteil zu bilden, in der Verfassung normierte Regeln und Werte zu respektieren
und sich für sie zu engagieren.“
(„Münchner Manifest“ vom 26. Mai 1997)
* Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, Berlin, Rahmenlehrplan für die Sek. I, Sozialkunde, gültig, ab dem Schuljahr 2006/07, S. 11. Die Graphik wurde entwickelt von den Mitgliedern der Rahmenlehrplankommisssion: Christa Hartmann und Karin Doerschel.
